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13 | 11 | 2018

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  • Thugs of Hindostan
  • Çakallarla Dans 5
  • Here to Be Heard: The Story of the Slits
  • Rememory
  • Leto

    Kirill Serebrennikovs „Leto“ ist eine leidenschaftliche Ode an die Sprengkraft des Rock’n’Roll – und ein subversives Stück Agitprop gegen Unterdrückung und Zensur in seiner Heimat Russland. Dass der Regisseur in seiner Heimat wegen angeblicher Steuerhinterziehung Hausarrest hat, verleiht seinem wunderbaren Film über die Anfänge des russischen Rock zusätzliche Sprengkraft: Der Regisseur – einer der bekanntesten Theaterregisseure Russlands – wurde während der Dreharbeiten festgenommen. Der Dreh wurde mit Hilfe genauer Notizen und Anweisungen abgeschlossen; den Schnitt realisierte Serebrennikov in seiner Wohnung.

    Lose erzählt diese Momentaufnahme eines Sommers zu Beginn der Achtzigerjahre in Leningrad von Entdeckung und Aufstieg der russischen Rocklegende Viktor Ksoi, der ab 1985 mit seiner Band Kino Pionierarbeit leistete, bis er 1990 im Alter von 28 Jahren bei einem Autounfall aus dem Leben gerissen wurde. Diesen realen Hintergrund nutzt Serebrennikov allerdings nur als Sprungbrett, um anhand einer zärtlichen Dreiecksgeschichte zwischen Viktor, seinem Mentor Mike und dessen Frau Natasha mit schier unendlichem Einfallsreichtum von der befreienden Kraft der Rockmusik gerade in einem totalitären System – ein „Almost Famous“ aus dem Ostblock – in berauschenden Schwarzweiß-Breitwandbildern zu erzählen. Oder einfach gesagt: einer der besten Rockmusik-Filme aller Zeiten, dessen wilde erste 90 Minuten einfach elektrisierend sind, um dann in eine bittersüße Coda zu münden, die „Leto“ ein bisschen seiner ursprünglichen Wucht nimmt.

    Wenn „Leto“ Standards wie „The Passenger“ von Iggy Pop, „A Perfect Day“ von Lou Reed oder „Psycho Killer“ von den Talking Heads in neuen Versionen anspielt, wirken sie nicht abgenudelt und schon tausendmal gehört: Sie sind ein Versprechen, sein Leben so führen zu können, wie man sich tatsächlich fühlt. Entsprechend explodieren sie in Fantasysequenzen: Wildfremde Menschen fangen im Bus an zu singen, das Kleid einer Frau erstrahlt in prallem Rot, eine Konfrontation mit der Staatspolizei in einem Zug mündet in eine wilde Schlägerei – und doch werden diese Momente der Rebellion immer wieder eingefangen von einem wiederholt auftauchenden Erzähler, der in die Kamera sagt, dass diese Szenen niemals wirklich passiert sind. Der Film lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass es besser gewesen wäre, wenn sie passiert wären. Das Leben in der UDSSR unter Breschnew hat es unmöglich gemacht. Liebevoll zeigt „Leto“ die Zeit, wo man auf Schwarzmärkten auf die Jagd nach Bowie-Alben geht, mühevoll die Texte in Notizbücher transkribiert und übersetzt oder endlose Debatten mit den Zensurbehörden über die Inhalte der eigenen Songs führt, um in den staatlich unterstützten „Rockclubs“ auftreten zu können. Am stärksten in Erinnerung bleibt Mike, der eigentliche Pionier, der erst immer im Schatten seiner Idole – Bowie, T. Rex, The Doors – steht und schließlich von dem Jungen überholt wird, den er bereitwillig fördert. Ja, „Leto“ ist ausufernd, undiszipliniert, chaotisch, vielleicht überambitioniert. Aber eben auch voller Lust am Leben und Liebe für die Musik. Und das ist ziemlich wunderbar. ts.

  • Operation: Overlord

    Operation: Overlord investiert in bestechende Effekte, mischt Zombies in ein bislang unverbrauchtes Szenario dem Zweiten Weltkrieg, ergänzt das um einige aufstrebende Jungdarsteller und fertig ist der kluge Horror-Kracher, der einfach nur Spaß macht. Wahnsinnig unterhaltsam! – Die vollständige Kritik findet ihr hier.

  • Whatever Happens Next
  • A Prayer Before Dawn
  • #Female Pleasure
  • In My Room
  • Nur ein kleiner Gefallen
  • Aufbruch zum Mond
  • Back to the Fatherland
  • Angelo
  • Ennatz: Eine Zebralegende

 
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